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Kurzromane

 
1. Vorwort
2. Urlaub
3. Der Flug
4. Der Anschlag
5. Das Verhör
6. Die Verhandlung
7. Der Kerker
8. Mira
9. Angebot und ?
10. ? Nachfrage
11. Triumpf
12. Die Auslöse
13. Die Fahrt
14. Trautes Heim?
15. Bumerang
16. Die Flucht
17. Sand im Getriebe
18. Das Schnappen der Falle
19. Die Gala
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... Wächter schoben sie hinein. Einige Bänke und eine uralte Kommode waren das einzige Mobiliar im Raum. An der gegenüberliegenden Wand war eine Tür, die vermutlich in den Nachbarraum führte. ?Zieh deine Sachen aus. Und dann durch die Tür.?-
Sylvia zuckte zusammen. Sie hatte zwar nicht jedes einzelne Wort verstanden, doch den Inhalt glaubte sie erfasst zu haben. Obwohl sie ihn nicht glauben konnte? Entgeistert starrte sie die zwei Wächter an. ?Was?? Es kostete sie Überwindung, dieses eine Wort über die Lippen zu bringen.-
Ungeduldig wiederholten die Wächter ihre Anweisung. Sylvia sah sich hilfesuchend um. Was sollte sie tun?
Daraufhin packte sie der eine, und riss ihr das sowieso schon an vielen Stellen zerlöcherte Shirt einfach vom Körper. Sylvia schrie, schlug wild um sich. Der zweite packte ihre Arme, damit der andere ihr die Dreckstarrende Hose vom Leib zerren konnte. Sylvia kauerte auf dem Boden. Sie war nackt und versuchte krampfhaft ihre Blöße zu bedecken. Die zwei Wächter lachten. ?Los, durch die Tür mit dir.? Dann sagten sie noch etwas, dass ihr verborgen blieb. Mit Tränen in den Augen stand sie auf und schwankte zur Tür. Die Klinke war aus sprödem Kunststoff. Misstrauisch blickte sich Sylvia um. Die zwei Wächter verfolgten sie mit ihren Blicken, dann war sie durch die Tür.

Mira


Der Nebenraum war bis unter die Decke gefliest. Uralte, gelbliche Fliesen. Wie im Schlachthaus, ging es ihr durch den Kopf. Der Raum war leer. Beinahe leer. Man hätte sie fast übersehen können. Sylvia starrte sie an, als hätte sie einen Geist gesehen. Wer war diese junge Frau, die dort in der Ecke ihr gegenüber stand und sie eindringlich musterte? Und warum in aller Welt war sie genauso... Ein harter, kalter Wasserstrahl traf sie mitten ins Gesicht. Sylvia hätte vor Schreck beinahe wieder geschrieen. Ihre Nerven lagen seit den letzten Ereignissen praktisch bloß.
Die andere Frau lachte hell und erfrischend. Genau wie das kalte Wasser. Sie rief ihr etwas zu, das Sylvia natürlich nicht verstehen konnte. Nach einem erneuten Versuch stellte sie das Wasser ab. Sylvia runzelte die Stirn, als die andere schnurstracks auf sie zu kam, ihr eine Hand auf die Schulter legte und mit der anderen ihren Kopf in Richtung Wand drehte. Erst jetzt entdeckte Sylvia das Regal mit Seife und Lappen. Sie sah der Fremden verstört ins Gesicht, bis diese zum Regal ging, beides holte und ihr lächelnd in die Hand drückte. Danach ging sie zurück zum Schlauch  ...
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©Anthony Tinamis
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