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Kurzromane

 
1. Vorwort
2. Urlaub
3. Der Flug
4. Der Anschlag
5. Das Verhör
6. Die Verhandlung
7. Der Kerker
8. Mira
9. Angebot und ?
10. ? Nachfrage
11. Triumpf
12. Die Auslöse
13. Die Fahrt
14. Trautes Heim?
15. Bumerang
16. Die Flucht
17. Sand im Getriebe
18. Das Schnappen der Falle
19. Die Gala
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... los, das ist deine letzte Chance!'
Aber ihrer Kehle entstieg nur ein heißeres Röcheln.
Die Schultergelenke knackten, als ihre Hände auf dem Rücken gefesselt wurden. Es schmerzte, als einer der Beamten sie daran emporzog. Er schrie sie an, als ihr Schmerz als schriller Ton die Luft zerschnitt. Worte, die sie nicht verstehen konnte. Das musste jemand auf der anderen Seiten der Glaswand hören, verdammt noch mal! Die drehten nicht mal ihre verfluchten Köpfe zu ihr um. Speichel troff aus ihrem Mund, der sich langsam mit dem Blut ihrer Oberlippe vermischte und über ihr Kinn auf das Shirt tropfte. Sie konnte ihren Unterkiefer kaum noch bewegen. In einer letzten Verzweiflungstat versuchte sie sich loszureißen. Schlug wild um sich, wenn man das im gefesselten Zustand überhaupt noch so nennen kann. Immerhin traf ihr Kopf einen der Beamten unerwartet heftig im Gesicht. Im Nachhinein betrachtet, hatte diese unüberlegte Aktion vielleicht ihr Schicksaal endgültig besiegelt, doch in diesem Moment erschien ihr die Reaktion dummerweise als geeignet.
Kurz darauf, spürte sie einen kühlen, feuchten Nebel im Gesicht, der in den Augen brannte und in der Nase biss. Sie schnappte nach Luft, doch ihr Zustand verschlimmerte sich dadurch nur noch. KO-Spray? Die eisige Kälte des grässlich schmeckenden Nebels war jetzt nicht nur auf ihrer Haut, sondern auch in ihr. Beharrlich schien die Kälte von ihrer Zunge, ihrem Rachen Besitz zu ergreifen, dann schlich sie durch die Luftröhre hinunter und von da aus verbreitete sie sich langsam bis in den letzten Winkel ihres Körpers. Sylvia keuchte. Was war das? Was geschah mit ihr? Nein!!! Sie wollte abermals schreien, doch ihre Lippen gehorchten nicht mehr den Befehlen ihres Gehirns. Ohnmächtig musste sie zusehen, wie ihre eigenen Knie den Dienst versagten und nachgaben. Dann sackte ihr ganzer Körper zusammen. Der Rest ihres Körpers fühlte sich wir ein Eisblock an. Eine Kälte, die ihre machtgierigen Finger nach ihrem Gehirn ausstreckte. Vergessen war die Glastrennwand. Vergessen waren die Beamten. Sylvias Geist kämpfte ausschließlich ums nackte Überleben. Ein Kampf, den sie unmöglich gewinnen konnte. Verzweifelt sträubte sie sich gegen dieses Gefühl der Schwäche. Dann wurde es Nacht vor ihren Augen und sie starb.

Das Verhör


Sylvia saß noch immer mit dem Rücken an die gelblich gekalkte Wand gelehnt, die Augen geschlossen. Was gab es schon neues zu sehen in dieser winzigen Zelle von drei mal zwei Metern.  ...
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©Anthony Tinamis
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