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Roman
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... auseinander während er mit einem Ruck das feuchte Gewand zerriß. Seine Zähne senkten sich in ihren Hals und eine gierige Hand wanderte von ihrer Brust zu ihrem Schoß, die andere lag vorsichtshalber auf ihrem Mund. Tutu war sich nicht sicher, ob sie nicht doch vor Verzweiflung oder Schmerz irgendwann schreien und die Nomaden alarmieren würde. Doch Nefer lag jetzt ganz still, hatte jeden Widerstand aufgegeben. Sie blickte nach oben zu den Gestirnen und versuchte, den Geist vom Körper zu trennen. Tutu keuche vor Erregung. Nefer wußte, es konnte nicht mehr lange dauern, bis er in sie eindringen und ihr ihre Ehre und Würde rauben würde. Einen Augenblick stieg Antefs geliebtes Antlitz vor ihrem geistigen Auge auf und eine Träne stahl sich auf ihre Wange. Wie sanft war seine Liebe gewesen. Nie wieder würde sie ihm in die Augen blicken können, wenn Tutu sein Werk vollendet haben würde. Nie wieder würde er sie „Schwester“ nennen.
Beinahe gerettet
Haremhabs Männer hatten Glück. Die Wagen waren ausgeschert, soweit es der Wüstensand erlaubte, um keine Spuren zu übersehen. Haremhab fuhr mal hinter, mal vor, mal neben der Kolonne um den breiten Reiseweg zu sondieren und die Gefahr zu vermeiden, daß Pferde oder Wagen im Sand stecken blieben. Bis jetzt war allerdings alles gut gegangen. Der Heerführer mußte auch darauf achten, in keinen eventuellen Hinterhalt von Tutus Nomaden oder anderen Wüstenbewohnern zu geraten. Meist waren die sandigen Dünen und kleineren Felsansammlungen übersichtlich. Manchmal allerdings durchbrachen rötliche Gesteinsformationen die gelbe Einöde der Wüste mit ihren spitzen Zinnen. Dann schickte Haremhab einen Späher voraus, oder er übernahm es selbst, die Gegend zu prüfen und zu sichern. Wie Haremhab vermutet hatte, hielt sich die Karawane in Richtung Memphis und diese Route war so häufig benutzt, daß die Wege breit und der Sand festgestampft von den vielen Hufen und Füßen war, die ihn begingen. Natürlich wäre die Reise über den Fluß bequemer gewesen, aber das konnte Tutu nicht wagen. Inzwischen konnte er sicher sein, daß er von den Truppen wegen der Ermordung Echnatons gesucht wurde und das Risiko auf dem Fluß kontrolliert und gefaßt zu werden war ungleich höher als das, in der Wüste gefunden zu werden. Auch hatte er wahrscheinlich nicht mit einer so schnellen Entdeckung von Nefers Entführung gerechnet, welche eine Verfolgung forcierte. Schon gegen Mittag des ersten Tages brach unter den vorausgefahrenen Wagenlenkern ein ...
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©Elena Merz
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