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Roman
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... Kontakt durch Gebete und Opfer zu ihm aufnehmen konnte und durfte, war der Pharao selber. Je mehr Nefer darüber nachdachte, desto besorgter wurde sie. Es war gut daß der König, um eben diesen ewigen Konflikten den Rücken zu kehren, die Stadt Achetaton gebaut hatte. Wenn Nefer an den Umzug nach „Horizont des Aton“ dachte, wurde ihr ganz leicht ums Herz. Dort würde ihr Herr nur noch von seinen Anhängern und den von ihm ausgewählten Gefolgsleuten umgeben sein und es würde endlich Friede herrschen. Nefer hatte den hinteren Eingang erreicht, durch den man von den Gärten aus den Palast betreten konnte. Sie schlüpfte in den Lotussaal. Während sie ihn durchquerte betrachtete sie die in tausend verschiedenen Varianten abgebildeten Blüten, welche Wände und Säulen bedeckten. In Wandnischen standen goldene Statuen, welche Amenophis, Nofretete und andere Mitglieder der königlichen Familie darstellten und dazwischen immer wieder große Vasen mit duftenden Lotusblüten. Hier fanden von Zeit zu Zeit rauschende Feste statt, an denen sie aber noch nicht teilnehmen durfte. Sie versteckte sich dann manchmal hinter einer der Säulen und beobachtete mit glänzenden Augen die Menschen und die Akrobaten und Tänzer, welche für Unterhaltung sorgten.
Die Lauscherin
Sie hatte nun das Ende des Saals erreicht und hatte schon die Tür einen Spalt breit geöffnet, als sie eine Stimme vernahm, die sie zögern ließ. Den Riegel noch in der Hand überlegte sie, ob sie sich nicht in den Garten zurückziehen und warten sollte, bis der Besitzer eben dieser Stimme verschwunden wäre. Sie hatte die Stimme von Eye erkannt. Er war Hohepriester des Falkengottes Horus gewesen und hatte es durch seine einschmeichelnde Art geschafft, den Pharao zu überzeugen, daß er jetzt mit Freuden dem Aton diene. Er war immer noch Hoher Priester und war auch noch zum politischen Berater avanciert. Auch wenn Nefer keinerlei Gründe dafür hatte, sie mißtraute diesem Eye von Grund auf. Während sie noch überlegte, kam eine zweite Stimme dazu und augenblicklich ließ Nefer ihre Fluchtgedanken fallen. Die zweite Stimme gehörte Tutu, dem persönlichen Berater Amenophis`. Diesen Mann hatte Amenophis von seinem ersten und einzigen Feldzug nach Mitanni mitgebracht, da er sich ihm zu Füßen geworfen hatte und darum gebeten hatte, dem Gottkönig dienen zu dürfen. Nefers Ansicht nach handelte es sich bei ihm um einen Spion, der für die Mittanni oder sogar für die Hethiter agierte. Schon sein Aussehen machte ihn ihr unsympatisch. Er ...
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©Elena Merz
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