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Roman
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... und den besten Schmuck angelegt. Der königliche Zug bewegte sich, eingerahmt von Sunus Männern, in Richtung des Tempelbezirks der Stadt.
Volk im Zwiespalt
Hatschepsut erfreute sich an der Begeisterung ihrer Untertanen und an den bunten Blumen, die wie ein duftender Teppich ihren Weg bedeckten. Bewiesen die blumenwerfenden Kinder und der Jubel der Menschen ihr doch, dass das Volk sie verehrte und die Ränke gegen sie vorwiegend von einigen höhergestellten Beamten und Priestern geschmiedet wurde. Ihr fiel auf, dass es zu keinerlei Verzögerungen gekommen war; dass die Prozession in ruhigem stetem Tempo vorankam. Das Volk hielt sich hinter den Soldaten und alles lief reibungslos. Der Königin fiel ein hochgewachsener Krieger auf, der immer und überall aufzutauchen schien, ein strenges Auge auf alles und jeden werfend. Verstohlen ließ sie einen durchdringenden Blick auf ihm verweilen, ehe sich die Maske der Gleichgültigkeit wieder über ihre Züge legte. Die Priester verlangsamten ihre Schritte und trennten sich vom restlichen Zug um die Tempel aufzusuchen. Auch die Träger mit dem Thron und die beiden Leibwächter schlossen sich ihnen an. Hatschepsut blickte auf die blumengeschmückten Pylonen, den Eingang zum heiligen Bezirk. Die Herrin beider Länder hätte eigentlich am liebsten zuerst der Fruchtbarkeitsgöttin, die eine ihrer Lieblingsgottheiten war, einen Besuch abgestattet. Von ihrem erhöhten Posten aus konnte sie durch die Eingangspylonen den sich dahinter erhebenden kleineren Säulentempel der Hathor erkennen. Er befand sich innerhalb der Mauern, die den um einiges größeren Amun-Tempel umgaben und die Königin wusste, dass sie diesen – der Vormachtstellung des Gottes gemäß – vor dem der Hathor besuchen musste. Auch hatten die Amun-Priester darauf bestanden, dass Hatschepsut das allmorgendliche göttliche Reinigungsritual übernahm, das in Abwesenheit des Pharao sonst stellvertretend der Oberpriester abhielt. In manchen Dingen hatte sich die willensstarke junge Königin schon der Priesterschaft widersetzt, doch an gewissen althergebrachten Traditionen musste sie um des lieben Friedens willen festhalten. Die Priester waren sowieso schon nicht besonders gut auf den weiblichen Pharao zu sprechen, da sie – festgefahren im altem Glauben – einen männlichen Pharao auf den Thron sehen ...
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©Elena Merz
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