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Roman
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... über längere Zeit nachtragend zu sein – oder so übervorsichtig und klug, im Nachhinein für das Verschwinden lästiger Zeugen zu sorgen. Das er eventuell ihr gegenüber völlig freie Bahn in jeder Hinsicht haben wollte, daran dachte sie nicht. Sie ließ also Tuja mit gutem Gewissen in ihren Räumen zurück.
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Tuja saß vor dem Spiegel, als es an ihre Tür klopfte. Sie antwortete und der Wachsoldat öffnete um einen Diener einzulassen. „Ich bringe neue Lampen,“ murmelte er, stellte eine hübsche Alabasterlampe auf Tujas Frisiertisch ab, nahm die alte mit und war verschwunden. Weder Tuja noch der Soldat waren misstrauisch geworden. Es kam öfters vor, dass rußige Lampen gegen saubere ausgetauscht wurden. So hatte auch niemand darauf geachtet, dass der junge Diener kahlköpfig war und einem Priester glich. Tuja kämmte ihre wilde Haarmähne und betrachtete nachdenklich den leichten Rauch, der sich von der Lampe zur Zimmerdecke emporkräuselte. Ob wohl Sunu auf dem Fest war? Sicher war er dort. Energisch fuhr sie weiter mit dem Kamm durch die dichten Wellen ihres Haares. Sie war ja selber schuld, dass sie nicht in den Sonnensaal gegangen war. Schließlich, wenn Thut sie umbringen lassen wollte, konnte er es überall tun – warum sollte sie sich also verstecken? Sie hätte so gerne den Befehlshaber wiedergesehen. Vielleicht sollte sie doch noch auf die Feier gehen? Der Rauch aus der Lampe ringelte sich weiter in die Luft. Warum war der Rauch so gelb? Tuja hielt schnuppernd ihre Nase über den Alabaster und rümpfte sie dann unwillig. Dieser Rauch roch seltsam. Noch während sie darüber nachdachte warum, schoß ihr ein Gedanke durch den Kopf doch noch ehe er sich verfestigen konnte, war er wieder verschwunden. Ihr Kopf war so seltsam leicht und was sie dachte ließ sich nicht festhalten sondern schien bevor es sich greifen ließ wieder zu zerfließen. Tuja wollte aufstehen, doch ihre Beine wollten sie nicht tragen. Sie wusste plötzlich, dass sie diesen Raum verlassen mußte, doch irgendwie schwanden ihre Sinne immer mehr und als sie sich am Stuhl abstützend aufzurichten versuchte, wurde ihr schwarz vor Augen und sie sank lautlos zu Boden.
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... Königin
Das Fest war noch in vollem Gange, Mitternacht noch lange nicht erreicht, als sich Hapuseneb dem Pharao näherte. Der korpulente Priester beugte sich herab und näherte seinen Mund dem Ohr des sitzenden Königs. „Euer Problem ist erledigt.“ War alles, was seine heißere Stimme flüsterte. Thuts Miene hellte sich auf. Sich seiner göttlichen Gemahlin zuwendend leerte er sein Glas auf einen Zug und erhob sich. Hatschepsut zögerte. Man sah ihr die zwiespältigen Gefühle an, die sie beherrschten. Verlangend streckte Thutmosis die Hand nach ihr aus und widerstrebend ergriff sie sie und stand auf. Sie schlug die Lider nieder, um die Verzweiflung zu verbergen, die in ihren Augen stand. Nun musste sie ihm ins königliche Gemach folgen. Es war unmöglich vor den Augen aller Anwesenden den Pharao zurückzuweisen. Mit festen Schritten aber zitterndem Herzen folgte sie ihrem Gemahl durch die sich verbeugenden Menschen und durch die Tore des Saales hinaus auf die endlosen Flure des Palastes. In dieser Nacht wünschte sich sie Königin, dass sie wirklich endlos wären, sie die Gemächer mit dem riesigen Bett für das Königspaar nie erreichen würden. Noch lange blickte ein paar verzweifelter dunkler Augen auf die inzwischen wieder geschlossene Saaltüre. Senmut hob seinen Becher und eine Dienerin füllte Wein nach. Auch Sunus Blick folgte dem königlichen Paar. Hatschepsut hatte ihm im Vorbeigehen ein Zeichen gegeben, dass er für heute entlassen sei. Geb und Hui gingen mit dem Paar aus dem Sonnensaal, doch wurden sie bald durch einen Wink des Pharao gestoppt: „Ihr werdet heute nicht mehr benötigt. Mein Gemach ist gut bewacht und eure Königin bei mir in bester Obhut.“ Als Geb und Hui fragend ihre Herrin absahen, zog Thutmosis hochmütig eine Augenbraue hoch und fragte: „Ist euch nicht klar, dass dies ein Befehl eures Pharao ist?“ Hatschepsut wandte sich an ihre Leibwächter und schickte sie mit einer unauffälligen Geste weg. Sie sollten nicht auch noch Ärger mit Thutmosis bekommen. Es reichte, wenn sie sich ständig mit ihm auseinandersetzen musste. Das königliche Paar setzte seinen Weg fort und erreichte bald den Eingang zu den Gemächern des Pharao. Thutmosis winkte herrisch die beiden Wachen zur Seite und drängte Hatschepsut ungeduldig durch die geöffnete breite ...
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©Elena Merz
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