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ELSA

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Roman

 
1. Elsa
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3. Epilog:
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... fiesen Geruch von eingekoch­tem Mirabellenmus übertüncht.
Auch nach diesem Abend wird der Baum noch Früchte tragen und es reicht, wenn in einigen Tagen irgend jemand kommt, um mit der großen Harke an die Äste zu schlagen. Die überreifen Früchte werden runterfallen und in einem großen Haufen irgendwo verschwinden.
Heute werde ich hier im Haus nur das Allernötigste tun und mich mittags in die Sonne legen, um bei allen Frühjahrsdüften vor mich hinzuträumen und mich auf die kommenden Tage und die Stunde meines Mittagsschlafs freuen.
Den Becher und den Kuchenteller, den vollbepackten Korb mit Weißem nehme ich mit zu meiner Liege und freue mich auf den Sonnenschein. Mir ist, als ob sich die Gardine vor meinem Schreibtisch leicht bewegt. Ich denke, es kann nur Elsa sein und dann schlafe ich ganz tief ein. Ich werde wach von meinem eignen Lachen und so, als ob ich ihr hinterher winke, hebe ich die Hand und sage „Elsa, hau endlich ab“. Wenn sie es hört, wird sie wissen, dass ich es zärtlich meine. Ich wünsche mir, dass ich sicher sein kann, dass Elsa wirklich hier war, oder war es doch nur ein Traum?

Ganz plötzlich fängt es an zu regnen und Wind kommt auf. Ich schaffe es gerade noch ins Haus bevor es richtig anfängt zu prasseln und der Sturm die Fenster zuschlägt. „Verdammt“, denke ich, „im Korb wird alles eingeweicht und matschig sein, die ganze Arbeit war umsonst.“ Durch das Fenster sehe ich, dass die Pforte zur Straßenseite offen steht obwohl ich eigentlich dachte, dass ich sie, bevor ich in den Garten ging, fest verschlossen hatte.

Es hat aufgehört zu regnen und der Wind hat nachgelassen. Ich schließe die Pforte und hole dann den Korb mit weißem Eingeweichten. Ich werde es noch einmal waschen müssen. Zum Glück hat mein Mann noch genug Hemden für die nächsten Tage im Schrank.

Irgendwann wird Elsa wieder bei mir sein. Wenn es mir zu lange dauert, werde ich, so wie in längst vergangnen Tagen, ungerufen zu ihr gehen, um in ihrem Spiegelbild ganz tief in ihre Augen zu sehen und sie fragen: „Elsa, bitte sage mir, wie macht man das, wie wird man ein Sonntagskind?“


Epilog:



Heute Morgen rief mich meine Schwester an. Sie ist in Sorge, denn seit Tagen sucht unsere Mutter nach meinem blauen Kinderfotoalbum. In allen Schränken würde sie kramen und will nicht einsehen, dass das Album, das sie sucht, einen grünen Einband hat. Vielleicht würde ich einmal nachsehen, ob es wieder zu mir zurückgekommen ist. Sie fragt, ob mir auch schon ...
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©Linde Steiner
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