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... gegeben. Doch hatte sie bei ihrer Partnerwahl nicht aufgepasst, denn die  neue Verwandtschaft neigte zur Fülle. In den schmalen Jahren nach dem Krieg wurde manches Kleid zu weit. Da ahnte man nicht, welche Leibesfülle sich bei ausreichender Ernährung ergeben könnte.
Mein Vater, groß, mit dunklem, leicht gelocktem Haar, langen Beine und mit Verstand und Vitalität gesegnet, war ein attraktives Exemplar seiner Gattung. Damit will ich nicht sagen, dass er es heute nicht mehr ist, aber es haben sich etliche Lebensjahre seit dieser Einschätzung auf Haupt und Hüfte gelegt, was ihn reifer und weniger frisch erscheinen lässt.
Meine Eltern lernten sich beim Tanzen kennen. Nach der Arbeit tranken mein Vater und sein bester Freund Kurt gerne ein Glas zur Entspannung. Vater machte eine Lehre zum Bankkaufmann und Kurt hatte sich gerade als Handwerker selbstständig gemacht. Bei beiden herrschte ständig Ebbe im Portemonnaie.
 Wie immer bestellten sie beim Betreten des Tanzlokals mit großer Geste zur Bedienung hin: "Zwei Gin und zwei Wasser", und glucksten freudig über diese weise Entscheidung. Mit dem Wasser ließ sich der Gin immer wieder verdünnen und so reichte eine Bestellung für mehrere Gläser, ohne dass es den Geldbeutel strapazierte.
Meine Mutter, schlank und agil, mit dunklem, halblangem Haar,  betrat das Tanzlokal schüchtern hinter ihrer Freundin. Hier war sie noch nie gewesen, und eigentlich ging sie nur als Begleitung der Freundin mit. Lust hatte sie keine, denn sie war hundemüde. Der Nachtdienst der letzten Tage im Fernamt der Post hatte sie total ausgelaugt. Sie ließen sich an einem Tisch in der hintersten Ecke nieder und wollten erst einmal das Geschehen beobachten. Die beiden jungen Männer hatten die Mädchen sofort im Visier und forderten sie gleich zum Tanz auf. Auf den ersten Blick war es  um meinen Vater geschehen.
Für seine Ausbildung zum Bankkaufmann war er gleich nach dem Krieg vom märkischen Dorf in die Großstadt gekommen und lernte dort noch größeren Mangel als zu Hause kennen. Sein Arbeitsplatz war eine angesehene Privatbank die ihre Angestellten knapp hielt. Das Geld reichte hinten und vorne nicht. Manche Woche gab es zu jeder Mahlzeit nur Brot mit Rübensirup. Seine Mutter schickte Pakete aus der Provinz mit guten Sachen, Speck, Wurst und Kuchen, aber der Hunger war groß  ...
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©Katharina Elkner
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