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Tiefdruckgebiet

Kurzromane

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Tiefdruckgebiet erz├Ąhlt die Geschichte eines TeenagerM├Ądchens welche aus dem beh├╝teten Umfeld mit der Familie in eine feindselige Gegend ziehen muss.
Sie kann sich nichts und niemanden zum Freund machen und verzweifelt daran. Schlie├člich beschlie├čt Sie, ihrem Leben ein Ende setzen...

Tiefdruckgebiet


von Katharina Elkner

Es ist Sommer. Ich bin vierzehn Jahre alt,  sitze in einem roten Sportcabriolet und werde durch eine kleine Stadt am Niederrhein chauffiert. Die Sonne scheint und der Wind ist lau.  Nichts könnte herrlicher sein.
Neben mir lenkt eine blonde Dame mittleren Alters den Wagen. Ihre Haare sind locker zu einer Hochfrisur gesteckt. Ein weißes Seidentuch schützt die Frisur vor Wind und Sonne. Ihr Kleid, ein Traum aus roter Seide mit schmaler Taille und schwingendem Rock konkurriert mit der Wagenfarbe. Der dünne Stoff flattert im Windzug des fahrenden Wagens. Ich schaue aus dem Fenster und genieße die Fahrt. Der  Sommerwind spielt mit meinem Haar.  Die Straße führt von unserem Vorort in die Stadtmitte. Manchmal holpert der Wagen über Kopfsteinpflaster. Die Bahnschranke am Bahnübergang ist herunter gelassen und wir müssen warten bis der Zug laut ratternd vorübergerollt ist. Dann fliegen wieder die Häuser der kleinen Stadt an uns vorbei. Mal in dunkelrotem Ziegelkleid, mal verputzt und gestrichen, manche eng aneinander gekuschelt und dann wieder protzig in großen Gärten. Gleich darauf eine Fabrikmauer aus rotem Ziegel. Sie will kein Ende nehmen und hat weder Tür noch Fenster.
Ich drücke mich in die Polster. Ja, so könnte es immer sein, das Leben. Statt Schule und Vokabeln lernen in einem schicken Wagen durch die Welt brausen.
Meine Fahrerin, die den Wagen ohne Anstrengung mit ruhiger Hand durch den städtischen Verkehr lenkt spricht über ihr Lieblingsthema: Schönheit, eine schlanke Taille und über die Schwierigkeiten diese in Perfektion zu erlangen und dann auch noch zu erhalten.
"Glaubste, da gehst Du mal richtig aufs Klo und denkst, na jetzt ist ordentlich was weg und dann steigst Du auf die Waage und was is? Nichts! Noch nicht mal hundert Gramm. Ich versteh es nicht. Um jeden Bissen mache ich einen Bogen  und trotzdem werde ich immer dicker. Ich bin es leid, ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Geht es Dir auch so?"
Ich bin in der Pubertät. Meine Mutter stöhnt bei meinem Anblick. Meine Figur ist ihr Fleisch gewordener Alptraum. Sie war sich sicher, nie ein dickes Kind in die Welt zu setzen, denn in ihrer Familie sind alle Mitglieder zwar klein aber von schlanker Statur und somit alle Voraussetzungen für perfekt geformten Nachwuchs  ...

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(c) by ebooks4free.glory-domains.de   -   Inhalt erstellt am: 11. 02. 2010
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