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Kurzromane

 
1. Vorwort
2. Urlaub
3. Der Flug
4. Der Anschlag
5. Das Verhör
6. Die Verhandlung
7. Der Kerker
8. Mira
9. Angebot und ?
10. ? Nachfrage
11. Triumpf
12. Die Auslöse
13. Die Fahrt
14. Trautes Heim?
15. Bumerang
16. Die Flucht
17. Sand im Getriebe
18. Das Schnappen der Falle
19. Die Gala
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... Gab es überhaupt eine Rechtfertigung für das unverschuldete Todesurteil, welches sie über die Bewohner dieser Oase verhängt hatte? Sie kniff die Augen zusammen. Nein! Sie würde niemals dort hinunter gehen! Doch ihre Beine strebten bereits der Einfriedung entgegen.
Sie passierte den Eingang. Alles schien noch genauso, wie zum Zeitpunkt ihrer Flucht. Völlig unberührt. Im Hof hatten sich Sandverwehungen gebildet. Die Haustür stand sperrangelweit offen. Sie trat ein.
?Hallo??
Doch im Haus war es totenstill. Sie schwankte zur Küche, durchsuchte das Esszimmer, danach die Schlafräume. Nirgends zeigte sich ein Lebenszeichen. Ihr Körper schrie nach Wasser, deshalb stürmte sie zur hinteren Tür hinaus, den Abhang zum Tümpel hinunter. Ein beißender, fauliger Gestank schlug ihr entgegen und dann sah sie es.
Sylvia hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund und kniff beide Augen zusammen. Der Schatten vor ihr! Nichts weiter als eine grausige Silhouette vor der gleißenden Sonne. Ohne ein Geräusch zu verursachen schwang er leicht hin und her. An einem Strick vor der mehr als zehn Meter hohen Palme.
Mit zusammengekniffenen Augen und einem unterdrückten Schrei wandte sich Sylvia ab und rannte vorbei. Ihr Körper brauchte Wasser. Diesen Weg war sie schon hunderte Mal gegangen. Sie fand sich hier zur Not auch blind zurecht, kannte jeden einzelnen Stein, doch noch nie waren ihr diese Stufen so schwer gefallen. Wasser! Der Tümpel vor ihr. Sie ignorierte den Verwesungsgestank. Gierig fiel sie auf die Knie und tauchte ihren Kopf ins Wasser. Danke Gott, sie hatte es geschafft. Irgendetwas berührte unter Wasser ihre Lippen. Sie riss die Augen auf und schrie entsetzt auf. Aus dem Wasser starrten ihr Miras leere, aufgequollene Augen entgegen. Ihr Gesicht war bleich. Zeigte einen bläulich grünen Schimmer. Fast wäre sie vornüber mitten hineingefallen.
Erschrocken versuchten Sylvias Hände irgendwo Halt zu finden. Sie griff ins Wasser und erwischte Miras schwammigen, aufgedunsenen Leib. Ihre Finger griffen durch die flockige Haut in das von Maden und anderem Getier wimmelnde Innere. Wasser spritze ihr entgegen. Der Gestank war unerträglich.
Du musst trinken, Sylvia!
Doch ihr drehte sich der Magen um. Sie konnte einfach keinen Schluck nehmen. Stattdessen schmeckte sie den ekelig bitteren Geschmack, bevor sie sich ganz übergab.
Sylvia hustete, sackte zu Boden. Die Hitze war unerträglich. Ihre Hände fühlten den heißen Sand.  ...
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©Anthony Tinamis
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