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Kurzgeschichten
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... das gar nicht sonderlich interessieren...
Ein Zo - ocktail
Nach langem war ich wieder zu einem solchen eingeladen worden, somit begab ich mich voll Freude zu diesem Treffen, das schon ob der Verschiedenartigkeit der Teilnehmer fröhlich zu werden versprach.
Für diesen Nachmittag waren also sämtliche Käfigtüren aufgesperrt, und so versammelte man sich auf der weiten Wiese bei herrlichem Sonnenschein.
Ja, wen konnte man da schon sehen ! Drei überpünktliche Giraffen, einen auf einem Baumstumpf lehnenden Bären, der ein Rehlein leise beschwatzt. Eine Kuh starrt mich treuherzig an, als ich sie ebenfalls lange mustere, springt sie urplötzlich um die eigene Achse herum, dass das Euter nur so pendelt.
Dem Fuchs unter der Baumgruppe drüben ist der Trinkbecher zu Boden gefallen, weil er das Aufrecht-Stehen so gar nicht geübt hatte. Frau Iltis wurde dabei angeschüttet, was ihr gar nicht unangenehm zu sein schien.
Der Löwe gähnt, der Adler rülpst laut, was die Stimmungslage ein wenig wiederspiegelt.
Zwei Bisamratten graben sich gerade ein Loch, vielleicht ist es der Einstieg zur ihrem Bau.
Auf eines bin ich neugierig - nein, aber dazu hat es noch Zeit.
Na, wer rollt denn da heran - Herr Generaldirektor Igel mit Frau Pfau an seiner Seite ! Da erstirbt selbst das Gackern der Hühner, und eine leicht gelbliche Neid-Atmosphäre legt sich über die Gesellschaft.
Nun ist einer der Pinguine samt Tablett hingefallen, er hat den Regenwurm übersehen, der sich eben aufrichten wollte, um auch etwas zu sehen.
Die beiden Elefanten schlenkern mit den Rüsseln, werfen ab und zu Nußschalen hinter sich und lassen dabei so manchen prallen. Der Strauß hilft dem Pinguin wieder auf die Beine, Frau Pfau zieht wieder die Aufmerksamkeit auf sich, indem sie mit ihren Federn einiges Jour-Gebäck vom Tablett wischt. Der Igel war nur bis zum Eingang ihr Begleiter, zu verschieden sind sie in ihrem Erscheinungsbild, das konnte doch nicht länger währen. Nicht auszudenken, wenn dieser Herr in Grau sich noch weiter an ihrer Seite aufhielte...
Gemütlich zieht Herr Wolf an seinem Pfeifchen, als Herr Spatz sich draufsetzen will, um zu erkunden, womit es denn gefüllt ist, verjagt er ihn mit grollendem Pfauchen.
Na, auf eines bin ich schon sehr gespannt, aber das wird sich erst zum Schluss des Stelldicheins herausstellen. Einstweilen kann ich mich noch in Geduld fassen.
Endlich - wie bei jeder Gesellschaft, darf man jetzt mit dem Auftreten der Affen seine Freude ...
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©Heinz Körber
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