eBooks, Romane, Kurzromane, Kurzgeschichten & Sachtexte hier vollständig online lesen.
|
Roman
|
|
 |
... erhob er sich: „Ich lasse dich jetzt allein, Befehlshaber, erhol dich gut.“ Kurz bevor der schwarze Riese die Tür erreichte, hörte er noch die Stimme Sunus: „Ich danke dir, Hui, nicht nur für diese Auskunft.“ Grinsend schloß Hui die Türe hinter sich und ging pfeifend den Gang hinunter. Er hatte verstanden, was der stolze Mann meinte.
Ein anderes Leben
Der Monat Mesore schritt fort und Sunu erholte sich jetzt schneller. Er nahm seinen Dienst wieder auf und niemand erwähnte je ein Wort über die Nacht seiner Verletzung. Nur die göttliche Gemahlin erkundigte sich einmal, als sie durch den Garten wanderten und die anderen gerade nicht zuhörten, nach dem Befinden von Tuja. Sunu sprach traurig über den Zustand der schönen Frau. Sie war immer noch nicht aus ihrer Ohnmacht erwacht. Ihre Dienerin Nefer schaffte es zwar, sie mit Honigmilch und zu Mus gedrückten Früchten am Leben zu erhalten, es gab aber kein Zeichen, dass Tuja irgendetwas um sich herum bewusst wahrnahm. Hatschepsut nickte nur zu den Worten des Befehlshabers. Sie war blasser als sonst und es gingen Gerüchte, dass sie schwanger sei. Sie vernachlässigte die Regierungsgeschäfte und immer öfter kümmerten sich Thutmosis und sein „Schatten“ Hapuseneb darum. Senmut war still und in sich gekehrt, man sah ihn und die Königin nur noch selten zusammen. Sunu machte sich alle paar Tage mit stillem Einverständnis seiner Herrin auf den Weg in die Stadt. Manchmal dachte er, während er sich immer wieder nach Verfolgern umblickend durch die Gassen Thebens ging, Hatschepsut hätte vergessen sich um das Schicksal Tujas zu kümmern. Traurig kehrte er jedes Mal von seinen Besuchen in der Schenke zurück. Es gab keine Veränderung. An einem ausnahmsweis milden Tag, der Kamsin verschonte Theben mit seiner sandigen Trockenheit, stürmte Tunip ins Badezimmer. Sunu wusch sich eben den Sand vom Körper. Er hatte in aller Frühe einen Ausflug mit Pferd und Kampfwagen in die Wüste unternommen, um sich von seinen düsteren Gedanken abzulenken. „Herr! Du sollst in die Gemächer der Königin kommen – in ihre.“ Betonte der Jüngling. „Nicht in die königlichen.“ Sunu stieg aus der Wanne und beeilte sich, seine Gewänder anzulegen. Sein Gefühl sagte ihm, dass sein Leben heute wieder eine ...
Seite: 181 von 185
©Elena Merz
|
 |
|
Registrierter Amazon-Partner
Gesamtkatalog hier durchsuchen
|